Die Zofen von Jean Genet


"Wir werden gnädige Frau niemals im Stich lassen"
Die beiden Zofen Claire und Solange lieben und hassen ihre Herrin. Und sobald die Dienstmädchen alleine sind, geben sie sich ganz einer Zeremonie aus Herrschaft und Knechtschaft, Demütigung und Erduldung hin. Im täglichen Wechsel darf eine von ihnen die Gnädige Frau sein, während die andere sich erniedrigen lässt. Bis zur Rückkehr der Herrin ist das rituelle Spiel beendet. Die Zofen nehmen wieder devote Haltung an, aber der Wunsch, vom Dienstmädchen zur Madame zu werden, bleibt bestehen. Als eine Intrige von Claire gegen den Gnädigen Herrn aufzufliegen droht, wollen die Schwestern sich rächen. Sie planen den Mord an der Gnädigen Frau. Das Vorhaben aber missglückt und so bleibt den Zofen am Ende nur die Rache im Spiel: Claire lässt sich von ihrer Schwester Gift verabreichen.
"Die Zofen sind Ungeheuer wie wir selber, wenn wir dieses oder jenes träumen", schreibt Jean Genet über seine beiden Figuren Claire und Solange. Der Doppelmord der Schwestern Lea und Christine Papin an ihrer Dienstherrin und deren Tochter im Jahr 1933 in Le Mans veranlasste Genet, dieses Spiel über ein erotisch besetztes Herrschaftsverhältnis zu schreiben, das letztlich auch exemplarisch für unsere privaten und gesellschaftlichen Machtstrukturen steht.
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